Aug 16 2009

Talent Management in Krisenzeiten – Was bleibt ein Muss, was ist verzichtbar?

Geschrieben von: TTS [Zusammenfassung Gastvortrag von Dr. Philipp Hölzle beim TTS Knowledge Transfer Forum 2009] in Talent Management

Dr. Philipp Hölzle, Director und Partner bei der Kienbaum Management Consultants GmbH über verzichtbare und unverzichtbare Talent Management Maßnahmen

Dr. Philipp Hölzle: „Auch bei uns intern ist Talent Management das A und O.“

Dr. Philipp Hölzle: „Auch bei uns intern ist Talent Management das A und O.“

In stürmischen Zeiten wird der Bereich Talent Management gerne auf den Prüfstand gestellt, um zu klären, welche Maßnahmen eingespart werden können. Das ist aus unternehmerischer Perspektive durchaus sinnvoll, sollte jedoch strategisch angegangen werden, lautet die Devise von Dr. Philipp Hölzle, Director und Partner bei der Kienbaum Management Consultants GmbH: „Glücklicherweise haben die meisten Unternehmen aus der letzten Krise gelernt und gehen bei Einsparmaßnahmen nicht mehr ganz so radikal vor, da ein rigides Kostenmanagement auch Gefahrenpotenziale birgt.“ Zum einen riskiert das Unternehmen, seine Potenzialträger zu verlieren, zum anderen gefährdet es sein Arbeitgeberimage, das in den meisten Fällen über viele Jahre sorgfältig aufgebaut wurde. Im schlimmsten Falle können sich harte Einschnitte in der Zeit nach der Krise als Wachstumsbremse auswirken.

„Chirurgisch platzierte“ Eingriffe bei der Einsparung sind daher geeigneter. Welche Maßnahmen in Krisenzeiten die passenden sind, hängt ganz davon ab, in welcher Lage sich das Unternehmen aktuell befindet. „Wir bei Kienbaum unterscheiden zur Einordnung von Firmen daher drei Phasen: ‚Überleben sichern’, ’auf Sicht fahren’ und ‚Wachstumspfad einschlagen’“, führte Hölzle aus.

Ein Unternehmen, bei dem es um die Sicherung des Überlebens geht, wird selbstverständlich andere Maßnahmen treffen müssen als ein Unternehmen, das einen Wachstumspfad einschlägt. Auch in der Krise in die Offensive zu gehen heißt für den Bereich Talent Management, dass die Personalabteilung keine Kompromisse bei der Einstellung macht, die interne Nachfolge verstärkt in den Fokus nimmt und sich von schwachen Mitarbeitern gegebenenfalls trennen sollte. Entscheidend für den Unternehmenserfolg ist in jedem Fall eine gute strategische Personalplanung. Virulente Themen wie der Führungsnachwuchs sollen mittels genauer Analyse planbar gemacht werden. „Gerade für die Nachwuchsförderung ist Talent Management das A und O“, betont Dr. Hölzle.

Er zeigte auf, dass Frühwarnindikatoren unabdingbar sind, um einer chaotischen Personalsituation vorzubeugen. Als Beispiel diente eine Organisation, bei der heute schon absehbar ist, dass sie in spätestens fünf Jahren ihren Personalbedarf nicht wird decken können. Der erste Schritt hin zu einer strategischen Personalplanung beinhaltet daher die Entwicklung einer People Strategy. Vorab müssen Fragen geklärt werden wie: Welche Mannschaft braucht unser Unternehmen, um in fünf Jahren noch erfolgreich am Markt zu sein? Und sind denn die Schlüsselpositionen, sogenannte A-Positionen, richtig besetzt? Aus der People Strategy leitet man dann ein Workforce Planning ab, mit dessen Hilfe konkrete Maßnahmen generiert werden können. Für das Workforce Planning wird die Entwicklung des Personalbestandes geprüft und analysiert, ob die identifizierten A-Positionen tatsächlich mit A-Personen besetzt sind. Je nachdem in welcher der drei von Kienbaum definierten Phase sich ein Unternehmen befindet, wird es entscheiden, welche Maßnahmen beibehalten werden können, welche verzichtbar sind und welche Maßnahmen neu aufgesetzt werden müssen. Fährt ein Unternehmen auf Sicht, ist es beispielsweise unverzichtbar, die Kommunikation mit der Mannschaft auszubauen. Mit einer starken internen Kommunikation, internem Coaching und einer intensiven Betreuung der Mitarbeiter erhöht das Unternehmen die Chancen, seine Talente nicht zu verlieren.

Auszahlungswirksame Leistungen wie groß angelegte externe Trainings sollten in schwierigen Zeiten dagegen nicht angegangen werden. „Mit der skizzierten strategischen Vorgehensweise ergeben sich die jeweils richtigen Schritte für die Personalplanung und die Talent Management-Strategie eines Unternehmens“, fasste Dr. Hölzle die Thematik zusammen. Mit seinem informativen Vortrag zeichnete er ein zwar insgesamt schwieriges, aber nicht aussichtsloses Bild des Talent Managements in wirtschaftlich angespannten Zeiten, das verdeutlichte, wie wichtig eine konsequente und strategische Personalplanung für den Unternehmenserfolg ist.

Die Originalpräsentation steht als Download zur Verfügung; bitte melden Sie sich im ersten Schritt unter My TTS an.

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Der Artikel ist eine Zusammenfassung des Vortrags im Rahmen des TTS Knowledge Transfer Forums vom 18. Juni 2009 in Heidelberg. Kommentare werden durch TTS moderiert und bei Bedarf an den Referenten weitergereicht.

TTS GmbH am 18. Juni 2009 im Rahmen des TTS Knowledge Transfer Forums

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