Okt 27 2011

Lernen macht glücklich

Geschrieben von TTS [Zusammenfassung Keynote Vortrag von Prof. Dr. Manfred Spitzer beim TTS Knowledge Transfer Forum 2011] in Allgemein, Training & E-Learning

In unserer heutigen Wissensgesellschaft stellen sich viele Fragen rund ums Lernen. Interessante Antworten gab Prof. Dr. Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie in Ulm und Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik, im Rahmen des TTS Knowledge Transfer Forums 2011 dem gespannt lauschenden Publikum im Auditorium der Print Media Academy. Die Fachtagung stand unter dem Veranstaltungsmotto “Was Hänschen nicht lernt… Lernt Hänschen wirklich leichter als Hans? Oder ist es nicht so, dass Hans ganz anders lernt?” Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte Prof. Dr. Manfred Spitzer in seinem Keynote-Vortrag, wie das menschliche Gehirn funktioniert und welchen Einfluss es auf das Lernen hat.

Prof. Dr. Manfred Spitzer: „Lernen macht glücklich.“

Prof. Dr. Manfred Spitzer: „Lernen macht glücklich.“

  • Wie lernen wir?
  • Wann lernen wir und warum lernen wir?
  • Was sind gute Rahmenbedingungen für unser Lernen?

Schon das erste Beispiel verdeutlichte, dass Prof. Spitzer sein Publikum gerne mit provokanten Thesen aus der Reserve lockt. Dazu zeigte er ein Bild von drei Gehirnen, die erstaunliche Abweichungen von einem normalen Gehirn aufwiesen, denn ihnen fehlten große Anteile der Hirnmasse. „Der Witz an diesem Beispiel ist“, kommentierte der Hirnforscher: „Diese drei Menschen sind klinisch unauffällig.“ Unauffällig! Das schien ganz erstaunlich, denn dem ersten Fall – einem jungen Mädchen – wurde im Alter von drei Jahren die Hälfte des Gehirns entfernt. Grund dafür war eine lebensbedrohliche Erkrankung. Vier Jahre später konnte man trotz des Eingriffs keine Einschränkungen der Gehirnleistung des Mädchens feststellen. Sie hatte gelernt, mit einer Gehirnhälfte ihr Leben zu meistern und obwohl der Teil, in dem das Sprachzentrum sitzt, entfernt wurde, spricht das Kind zwei Sprachen fließend. „Wenn Sie ohne Sprachzentrum zwei Sprachen können“, fragte Prof. Spitzer in die Runde, „was können Weiterlesen–>

Nov 02 2010

Global einheitliches Lernen

Geschrieben von TTS [Zusammenfassung Gastvortrag von Dr. Matthias Geselle beim TTS Knowledge Transfer Forum 2010] in Software

Dr. Matthias Geselle, Senior Director Global Business Process and Data Management, gab Einblicke in den Aufbau einer globalen Trainingsplattform für SAP-Einführungsprojekte bei der Merck KGaA.

Dr. Matthias Geselle: „Für den Erfolg eines Trainings entscheidend ist nicht nur die Durchführung, sondern auch die Trainingsvorbereitung, -planung bis hin zur Lernkontrolle.“

Dr. Matthias Geselle: „Für den Erfolg eines Trainings entscheidend ist nicht nur die Durchführung, sondern auch die Trainingsvorbereitung, -planung bis hin zur Lernkontrolle.“

Das weltweit tätige Pharma- und Chemieunternehmen Merck mit rund 40.000 Mitarbeitern in 64 Ländern entschied im Jahr 2004, weltweit standardisierte und harmonisierte Geschäftsprozesse auf Basis eines globalen SAP Templates zu etablieren. Der dadurch entstandene Schulungsbedarf der Mitarbeiter sollte durch 1.200 sogenannte „Learning Objects“ gedeckt werden, die als Basis für die Schulungsunterlagen in den Rollout-Projekten dienen sollte. Eine zentrale und einheitlich strukturierte Ablage der Trainingsmaterialien existierte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Und auch die Planung und Durchführung der Trainingsaktivitäten erfolgten in jedem Projekt individuell, basierend auf den Erfahrungen vorangegangener Projekte. „Da es weder für die Vorbereitung noch für die Durchführung der Trainings eine einheitliche Vorgehensweise gab, war der Aufwand für die Erstellung der Trainingsunterlagen sowie der Trainingsvorbereitung und –durchführung entsprechend hoch“, beschrieb Dr. Geselle die Ausgangsproblematik. Aufgrund der Zunahme parallel laufender Projekte und einer geforderten Verkürzung der Projektlaufzeit war es notwendig, die Trainingsstrategie anzupassen.

Globales Lernen erfordert eine einheitliche Trainingsstrategie

Die bisherigen Erfahrungen hatten gezeigt, dass eine Standardisierung der Werkzeuge und Methoden notwendig war. “Ab Mitte 2008 haben wir dann begonnen, die Unterlagen zu standardisieren und eine globale Trainingsbibliothek aufzubauen“, berichtete Dr. Geselle. Diese Bibliothek ist das Herzstück der neuen Trainingsstrategie. In ihr werden alle globalen Trainingsmaterialien, die für die Präsenzschulungen in den Rollout-Projekten benötigt werden, in einer einheitlichen Qualität und Struktur bereitgestellt. Die Bibliothek sollte vor allem für die Nutzer einfach zugänglich sein. Ziel war die Strukturierung der Unterlagen nach Weiterlesen–>

Okt 19 2010

Gut sein, wenn’s drauf ankommt

Geschrieben von TTS [Zusammenfassung Keynote Vortrag von Prof. Dr. Hans Eberspächer beim TTS Knowledge Transfer Forum 2010] in Allgemein, Talent Management

Prof. Dr. Hans Eberspächer, Professor für Sportpsychologie und Experte für mentales Training, erklärt, wie sich Erkenntnisse aus dem Spitzensport im Berufsalltag nutzen lassen.

Prof. Dr. Hans Eberspächer, Professor für Sportpsychologie und Experte für mentales Training

Prof. Dr. Hans Eberspächer, Professor für Sportpsychologie und Experte für mentales Training

Erfolg beginnt im Kopf. Misserfolg allerdings auch. Oder „wie einer der großen deutschen Gegenwartsphilosophen, Boris Becker, einmal gesagt hat: Erfolg ist alles mental.“ Kurzweilig und anschaulich erläuterte Prof. Dr. Hans Eberspächer in seinem Vortrag, was einen sogenannten „Top-Performer“ ausmacht. Wie schafft es ein Sportler, genau dann Optimales zu leisten, wenn es darauf ankommt? Das war eine der zentralen Fragen, denen der Sportpsychologe nachging. Jahrelang hat Prof. Eberspächer mit Leistungssportlern gearbeitet und Trainingskonzepte zur Leistungsoptimierung erstellt. Die von ihm entwickelte Methode des mentalen Trainings lässt sich problemlos vom Sport auf die Arbeitswelt in Unternehmen übertragen. Das Publikum folgte den Ausführungen und Gedankenexperimenten des Referenten daher sehr gespannt.

Was Manager von Sportlern lernen können

Eine sportliche Spitzenleistung hängt von drei Faktoren ab: der biologischen Voraussetzung, den Umgebungsbedingungen und der mentalen Disposition. Um Höchstleistungen zu bringen, müssen sich alle drei Bereiche gegenseitig unterstützen, also Synergien erzeugen. Der Faktor „mentale Disposition“ wird häufig unter dem Begriff „Soft Skills“ zusammengefasst und beständig unterschätzt. Denn nach Meinung des Sportpsychologen spielt genau dieser Bereich die alles entscheidende Rolle, um Spitzenergebnisse zu erzielen. Lohnt es sich also, das Mentale zu trainieren? „Ja“, sagte Prof. Eberspächer. „Denn im Extremfall kann das Mentale nahezu 100 Prozent ausmachen.“

Zwischen sportlichen Wettbewerbs- und beruflichen Stresssituationen gibt es zahlreiche Parallelen. Prof. Eberspächer zählte fünf Bedingungen auf, die Weiterlesen–>