Prof. Dr. Hans Eberspächer, Professor für Sportpsychologie und Experte für mentales Training, erklärt, wie sich Erkenntnisse aus dem Spitzensport im Berufsalltag nutzen lassen.

Prof. Dr. Hans Eberspächer, Professor für Sportpsychologie und Experte für mentales Training
Erfolg beginnt im Kopf. Misserfolg allerdings auch. Oder „wie einer der großen deutschen Gegenwartsphilosophen, Boris Becker, einmal gesagt hat: Erfolg ist alles mental.“ Kurzweilig und anschaulich erläuterte Prof. Dr. Hans Eberspächer in seinem Vortrag, was einen sogenannten „Top-Performer“ ausmacht. Wie schafft es ein Sportler, genau dann Optimales zu leisten, wenn es darauf ankommt? Das war eine der zentralen Fragen, denen der Sportpsychologe nachging. Jahrelang hat Prof. Eberspächer mit Leistungssportlern gearbeitet und Trainingskonzepte zur Leistungsoptimierung erstellt. Die von ihm entwickelte Methode des mentalen Trainings lässt sich problemlos vom Sport auf die Arbeitswelt in Unternehmen übertragen. Das Publikum folgte den Ausführungen und Gedankenexperimenten des Referenten daher sehr gespannt.
Was Manager von Sportlern lernen können
Eine sportliche Spitzenleistung hängt von drei Faktoren ab: der biologischen Voraussetzung, den Umgebungsbedingungen und der mentalen Disposition. Um Höchstleistungen zu bringen, müssen sich alle drei Bereiche gegenseitig unterstützen, also Synergien erzeugen. Der Faktor „mentale Disposition“ wird häufig unter dem Begriff „Soft Skills“ zusammengefasst und beständig unterschätzt. Denn nach Meinung des Sportpsychologen spielt genau dieser Bereich die alles entscheidende Rolle, um Spitzenergebnisse zu erzielen. Lohnt es sich also, das Mentale zu trainieren? „Ja“, sagte Prof. Eberspächer. „Denn im Extremfall kann das Mentale nahezu 100 Prozent ausmachen.“
Zwischen sportlichen Wettbewerbs- und beruflichen Stresssituationen gibt es zahlreiche Parallelen. Prof. Eberspächer zählte fünf Bedingungen auf, die Weiterlesen–>
Klaus Eisold, Personalleiter der Universität Karlsruhe, zeigte diverse Möglichkeiten auf, wie man Mitarbeiter motivieren kann

Klaus Eisold: „Nicht Geld sparen sondern lernen, wie man Geld gut ausgibt.“
Wenn man an Anreizsysteme denkt, kommt einem natürlich erst einmal die Bezahlung in den Sinn. Im öffentlichen Dienst sind dies zum Beispiel die tariflichen Rahmenbedingungen nach §18 TV-L mit der Sonderregelung für die Universitäten und die systematischen Leistungsbewertungen mit Zielvereinbarungen nach §18 TVöD. Unter Letzterem versteht man freiwillige Vereinbarungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter über Ziele für den kommenden Bewertungszeitraum und Bewertungen der Leistung nach sachlichen Maßstäben. Dabei soll die Leistungsbewertung anhand möglichst objektivierbarer Kriterien erfolgen. Doch auch eine Verkürzung der sogenannten Stufenlaufzeiten und damit das frühere Erreichen der nächsten Gehaltsebene gehört ausdrücklich dazu (§17 TV-L/TVöD).
Selbstverständlich spielen auch nicht-monetäre Anreizsysteme in der Personalentwicklung eine Rolle – also klassisches Talent Management. Die Arbeitsschritte sind bekannt: Problemanalyse – Bedarfsanalyse – Planung – Qualifizierung – Erfolgskontrolle – Transfer. Wichtig für Eisold ist die Tatsache, dass Personalentwicklung vor Ort stattfinden muss und eine nicht delegierbare Aufgabe jeder Führungskraft ist.