
Jörg Geulen
Hallo und guten Tag!
Wussten Sie, dass der Monat November für einen Rheinländer der Wonnemonat ist? Am 11.11. um 11.11 Uhr ist es wieder soweit. Karneval/Fasching/Fastnacht starten in die neue Session! Als gebürtiger „Öcher Jong“ („Aachener“), der im „Spannungsumfeld“ zwischen Köln und Düsseldorf groß geworden ist und nun in der Heidelberg´schen sprich „karnevalistischen“ Diaspora lebt, schaut man dann schon etwas neidvoll wieder Richtung Rhein und die alte Heimat.
Wie die sich da alle an der Zahl 11 erfreuen können. In Jeckenkreisen (Jeck = Karnevalist) ist und bleibt die 11 (und ein Vielfaches von ihr) die magische Zahl, um die sich alles dreht. Sie ist das Symbol der Narretei und steht für die Einheit im Karneval. Sie stellt die Eins neben die Eins als Zeichen der Gleichheit aller Narren. Deshalb werden die 22 oder 33 immer als 2 x 11 oder 3 x 11 dargestellt.
Während ich hier so mit Narrenkappe vor dem Bildschirm sitze und leicht verwirrte Blicke von meinem Gegenüber kassiere, höre ich immer mehr den Till Eulenspiegel in mir, der sich fragt:
Wieso hat die SAP ihr neues Enterprise Support Programm auf 22% angehoben und nicht auf 21% oder 23%? Was will sie uns mit dieser Zahl sagen? Welches Geheimnis steckt hinter dieser Zahl? Wieso ausgerechnet 2 x 11? Will die SAP es den Jecken gleichtun und ihre Kunden in bester Brauchtumsmanier nur zum Narren halten? Oder will sich SAP noch mal vor der Fastenzeit, die ja durch den Karneval (carne vale = Fleisch lebe wohl!) am Aschermittwoch eingeläutet wird, auf Kundenkosten gepflegt den Bauch vollschlagen, um mit den 22% Wartungserlösen genug Fettpölsterchen für schlechtere Zeiten anzusetzen?
Wie im Märchen „Schneewittchen“, wo die böse Stiefmutter immer wieder fragt „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land“, scheint auch bei der SAP die Kunden-Fokussierung zu Gunsten der eigenen Selbstverliebheit aufgegeben worden zu sein. Denn keiner konnte doch ernsthaft bei der SAP glauben, dass, wenn man den Enterprise Support erhöht und gleichzeitig ein Margenziel von 35% kommuniziert, dies nicht ohne Unmut der Kunden durchzusetzen ist. „Honi soit qui mal y pense – Ein Schelm ist, der was anderes denkt.“
Nun ja, sicherlich liegt es im Ermessen des Betrachters ob dies alles nur Narretei oder einfach Kalkül ist. Gewiss ist aber, dass eine gesunde Geschäftspartnerbeziehung anders aussieht. Beide Seiten sollten voneinander profitieren und gemeinsam vom gegenseitigen unternehmerischen Erfolg partizipieren. Sonst bleibt nur ein schaler Nachgeschmack oder „Gschmäckle“, wie mein badischer Kollege so gerne sagt.
Apropos Geschmack. Hier hätte die SAP sicherlich auch vom Fasching lernen können. Werden doch ganz bewusst Süßigkeiten und andere Leckereien während der Straßenumzüge unters närrische Volk geworfen, um sich ein letztes Mal die bevorstehende Fastenzeit zu versüßen. Noch einmal sündigen ohne schlechtes Gewissen. Wo waren hier die „sündigen“ SAP Angebote, die einem den Umstieg auf die 22% Wartungs-Fastenspeise versüßen konnten? Schließlich sind wir, die Community, doch zukünftig gezwungen, den Gürtel enger zu schnallen.
Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. Weihnachten steht in einem Monat vor der Tür. Lassen wir uns überraschen, welch, hoffentlich freudige Überraschung, die SAP noch für uns bereit hat. Wünschenswert wäre ja, dass diesmal der Knecht Ruprecht zu Hause bleibt und nur der Nikolaus mit einem prallen Sack voller Geschenke anklopft bzw. mit Hi-Ho Geschrei durch den Schornstein rauscht. In diesem Sinne…
Bis die Tage – und ein Prosit auf die Narren!
Jörg Geulen